Rauchverbot

(Aktualisiert am 20. Juni 2013)

Liebe Freunde und Gäste der THEKE! 

Seit dem 1. Mai 2013 ist in NRW das verschärfte Nichtraucherschutzgestz in Kraft.
Das heißt: Absolutes Rauchverbot in der gesamten Gastronomie, Brauchtum und Vereinswesen in NRW! Ohne Ausnahmen und ohne Kompromisse!
Für uns als Kleingastronomen ein echt harter Schlag. Nach nur 7 Wochen nach Inkrafttreten dieses (für viele Raucher und auch Nichtraucher) unsinnigen Gesetzes merken auch wir die Auswirkungen!
Die Theke ist tatsächlich nicht mehr das, was sie einmal war :-(
Nachstehend möchten wir Euch nun einige interessante Seiten, Gedanken, Kommentare und Aktionen nicht vorenthalten. Nicht jeder ist bei Facebook und manche bekommen vielleicht einiges gar nicht mit. Es brodelt mächtig im Rauchverbots- bzw. Nichtraucherschutzgesetzestopf ...


Facebookseiten:
Rauchverbot in NRW
Netzwerk Rauchen e.V.
Raucherparty
Rauchverbot - Kneipensterben
NRW genießt
Bund der Gastronomen - NRW

Webseiten:
www.netzwerk-rauchen.de
www.forum-netzwerk-rauchen.de
www.nrwgeniesst.de
www.stones-club-aachen.de
www.raucher-demo.de
www.openpetition.de/petition/online


Kommentar:

DAS VOLK EMANZIPIERT SICH (von Kai-Michael Pietza)

Immer wieder bemängeln einige Politiker die zunehmende Politik- und Demokratieverdrossenheit vieler Bürger. Sie scheinen dabei vor allen Dingen auszublenden, dass sie selber ein politisches System unterstützen, welches nur äußerst geringe Partizipationsmöglichkeiten für die Bürger zulässt. Es wirkt geradezu so, als wollten diese Politiker sagen: "Euer Kreuzchen bei der Wahl ist für unseren Machterwerb wichtig, aber bitte fordert nicht mehr Teilhabe an unserem "demokratischen" System!"

In dieses Bild passt durchaus, das Demonstrationen und Unterschriftenaktionen häufig ignoriert, bestenfalls müde belächelt und schlechtestenfalls durch staatliches Eingreifen gestört werden.

Doch zunehmend mehr Bürger scheinen erkannt zu haben, das eine Grenze erreicht, wenn nicht sogar überschritten wurde, die es gilt, wieder neu zu definieren.

Es gibt politische Themen, die nicht über die Köpfe hinweg entschieden werden dürfen. Und es gibt politische Themen, die durchaus auch kompromissorientiert behandelt werden sollten. Und so scheinen sich viele Bürger momentan emanzipieren zu wollen.

In Deutschland, in der Türkei, in Brasilien und in vielen anderen Ländern gehen mehr und mehr Menschen auf die Strasse und zeigen deutlich, dass sie durchaus nicht politikverdrossen sind.

Ein Grund dafür könnte sein, das ein wichtiges Prinzip von vielen Politikern nicht mehr beachtet wird: Früher wurde der "Kuchen" so von "oben" nach "unten" verteilt, dass die "Krümel" die Bevölkerung noch so satt machten, dass sie keinen Grund dafür sah, für mehr Partizipation einzutreten.

Im Vergleich zu manch anderen politischen "Baustellen" erscheint der Protest gegen das "Nichtraucherschutzgesetz" in NRW möglicherweise als maximal sekundär wichtig, aber bei genauerem Betrachten macht auch dieser etwas sehr deutlich: Viele Bürger möchten nicht mehr einer Politik ausgeliefert sein, die weder ihre Interessen vertritt, noch Kompromisse erarbeitet, die zumindest signalisieren, das viele verschiedene Bevölkerungsgruppen wirklich ernst genommen werden.

Die Politik scheint mehr denn je gefragt zu sein, ein vernünftiges Maß an liberalem, sozialem und konservativem Politikstil zu finden, der nicht nur den Eindruck erweckt, demokratisch zu sein, sondern der auch wirklich demokratisch ist.

Das zunehmende Emanzipationsbestreben der Bevölkerung sollte ernst genommen werden. Die Zeiten eines arroganten, einzig und allein machtorientierten Führungsstils scheinen angezählt zu sein.

Kommentar:

WACHSENDER PROTEST (von Thomas Eigen)
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DÜSSELDORFER GROSS-DEMO SETZT ZEICHEN

Am vergangenen Samstag (15.06.2013) versammelten sich sehr viele Menschen aus ganz Nordrhein-Westfalen in der Landeshauptstadt, um in einem über 2km langen Zug lautstark aber friedlich gegen das radikale Rauchverbot zu demonstrieren.

Offizielle Berichterstattungen schwanken in ihren Einschätzungen zur Teilnehmerzahl zwischen 3000 und 7500. Als realistische und akzeptable Zahl beziffern wir die Teilnehmerzahl auf 5.000.

Auffallend kreative Zeichen setzten die Demonstranten auf ihrem Weg durch die Düsseldorfer Innenstadt. Man sah im Protestzug viele Banner, Transparente und Schilder mit den unterschiedlichsten Slogans und Bekundungen der Ängste und Sorgen, ausgelöst durch das radikale Rauchverbot in NRW. Viele Protestteilnehmer trugen Helmut Schmidt - Masken. Der Altkanzler und Kettenraucher mausert sich zu einer wahren Ikone im Widerstand gegen das Nichtraucherschutzgesetz. Unter den Demonstranten waren auch erstaunlich viele Nichtraucher, die bekundeten, gar nicht geschützt werden zu wollen.

Der Platz der Abschlußkundgebung war extrem voll und über die Hälfte der Teilnehmer sind in den zuführenden Straßen regelrecht stecken geblieben. Herausragende Redner waren die erste Bürgermeisterin von Düsseldorf, Marie-Agnes Strack-Zimmermann - Josef Hinkel, Karnevalspräsident und Herbert Napp, Bürgermeister und "Vesuv" von Neuss. Des Weiteren sprachen Vertreter verschiedener Vereine, Verbände und der Gastronomie.

Fazit:
Im Vergleich zur ersten Demonstration in Köln vor zwei Wochen ist der Protest merklich gewachsen. Er hat sich sogar vervielfacht. Demos gegen Sozialabbau und andere Themen haben in letzter Zeit bei weitem nicht so viele Menschen mobilisiert, wie dieser Protest gegen das "Raucherverfolgungsgesetz", wie es der Neusser Bürgermeister, Herbert Napp, nannte.

Die Bürger sind sensibel geworden gegen die immer weiter verbreitete Bevormundungs- und Gängelungspolitik. Längst formt sich der Widerstand auch parallel zum Radikal-Rauchverbot, denn ein großer Teil der Demonstranten waren bezeichnenderweise Nichtraucher, denen solche Verordnungen sehr deutlich zu weit gehen.
Diese intolerante Gesetzgebung ist ein weiterer Baustein im wachsenden Protest gegen einen Gouvernantenstaat, der überzeugt zu sein scheint, besser zu wissen, was gut und was schlecht ist, als der freie mündige Bürger selbst.


Tagebuch:

Tag 1 in der rauchfreien Kneipe - ein erstes Résumé (von Nadine Marowski)

Es ist der 1. Mai und es ist 17 Uhr. Unsere kleine Rock- und Blueskneipe mitten im Dorf macht jetzt gleich auf. Wir sind sehr gespannt, wie sich der Abend entwickeln wird. Heute ist auch noch Champions League. Gegen 17 Uhr kommt ersteinmal der Rentnerstammtisch. Wie jeden Tag. Sie würfeln und trinken ihr Bier mit dem dazugehörenden Körnchen. Dass nicht geraucht werden darf, stört sie eher weniger. Haben sie eh' nicht getan in der Vergangenheit. Soweit alles normal. Gegen 20 Uhr löste sich der Stammtisch dann auf und ich bin kurz alleine im Laden. Ich schaue mich um und stelle fest, wieviel Liebe doch hier drin steckt. Fünfzehn Jahre haben wir diese kleine Kneipe aufgebaut. Wir hatten Tiefschläge (z.B. Steuerprüfung) und haben uns wieder hochgerappelt. Wir haben jedes Jahr mit dem Sommerloch zu kämpfen, weil es dann in den Biergärten doch schöner ist. Haben uns immer wieder Aktionen für unsere Gäste einfallen lassen. Es war immer ein Miteinander. Wir engagieren uns sozial, wenn ein Gast Probleme hat (und hatte). Wir verbringen Wochenenden mit Lagerfeuer, Grillen und Zelten mit unseren Gästen. Unsere Kneipe steckt voll von Erinnerungen. Zusammengetragen in den letzten Jahren. Auf Flohmärkten gefunden, Geschenke von Gästen oder auch aus der eigenen Wohnung als Deko. In jeder Ecke und jeder Nische findet sich irgendein Kleinod, welches diese Begegnungsstätte wohnlich und heimelig macht. Für viele unserer Gäste ist die kleine Kneipe tatsächlich sowas wie ein Wohnzimmer. Wir reden, trinken und rauch(t)en eine zusammen. Zuweilen entstand eine sehr private Atmosphäre ... Mein Wohnzimmer ist auf jeden Fall nicht mehr dasselbe und ich muß sagen, ich empfinde das schon als massiven Eingriff in meine Privatsphäre!

Da geht die Tür auf und reisst mich aus meinen Gedanken. 3 Gäste! 3 rauchende Gäste! Sie wollen Das Spiel FC Bayern gegen den FC Barcelona anschauen. Noch 10 Minuten bis zum Anpfiff. Kurz danach kommen noch mal 2 Gäste. Ebenfalls Raucher. Nun sind wir schon mit mir und meinem Mann zu siebt. Großartig! 100% der Gäste stehen vor der Tür um schnell noch eine Zigarette zu rauchen, bevor das Spiel beginnt. Dann der Anpfiff ... wir sitzen an der Theke und gucken (bei glasklarer) Luft die erste Halbzeit. Etwas fehlt in unserem Wohnzimmer stellen wir alle gemeinsam fest. In der Halbzeit lohnt es sich gar nicht, die Musik anzumachen, weil eh' alle draußen stehen. Die zweite Halbzeit wird dann etwas lockerer, weil da ja 3 Tore fielen - davon ein Eigentor der Spanier :-)

Fakt ist, dass wir gestern 2 Stunden früher zu gemacht haben, weil einfach niemand mehr da war und der Umsatz war gut ein Drittel niedriger, als gewöhnlich an einem Mittwoch (und dazu noch mit einer Fussbalspielübertragung!). Ob die Leere jetzt am Kater nach dem Tanz in den Mai (besser Tanz in das Anti-Rauchergesetz) oder am Feiertag selber lag, sei mal dahin gestellt ... Bleibt es abzuwarten, wie sich die Auswirkungen dieses kontraproduktiven Gesetzes entwickeln oder sollten wir nicht endlich mal eine Vernetzung forcieren und gemeinsam dagegen was tun?


Tag 9 in der rauchfreien Kneipe (von Nadine Marowski)

Leute, es ist zum kotzen. Heute ist Freitag. Es hat neun Tage gedauert und nun gehts los. Verzweiflung und Existenzängste machen sich breit. Wo sollen wir die 85% unserer rauchenden Gäste ihr Laster frönen lassen?

Wir haben einmal hinten raus eine Möglichkeit im Hof und einmal vorne raus vor der Tür. Beides geht auf Dauer nicht. Wir wohnen und arbeiten mitten im Dorf. Da ist es nachts so ruhig, dass man die Schiffe auf dem Rhein tuckern hört. Die Beschwerden häufen sich nun langsam. Zum Glück verstehen wir uns mit den Nachbarn so gut, dass diese uns erst einmal ansprechen anstatt direkt das Ordnungsamt anzurufen. Das bedeutet aber nur, dass wir eine gewisse Schonfrist haben - denn ewig werden die damit nicht leben wollen/können. Letzten Samstag kommen wir nachts um halb eins von einem (rauchfreien) Konzert, steigen aus dem Taxi und sehen eine Traube von Menschen vor dem Laden. Das war ein Anblick! Und der Geräuschpegel erst ...

Das geht so nicht weiter - aber was sollen wir tun? Sollen wir vielleicht einen "Arbeitsplatz" schaffen? Jemand, der nachts vor der Tür steht und vermeintlich mündige Bürger beaufsichtigt und ermahnt, ruhig zu sein? Der unsere Gäste dann "ausschimpft", wenn die gute Laune zu laut wird? Der wie ein Blockwart auf und ab geht und jedem, der zu laut redet, den Mund verbietet? Wir sind eine Begegnungs- und Kommunikationsstätte. Bei uns treffen sich Leute, die beim Bier und mit Zigarette miteinander reden und diskutieren. Wie soll das draussen vor der Tür funktionieren?

Neun Tage ... wie soll das erst in vier, sechs, acht Wochen in drei Monaten gehen? Man wird sich dran gewöhnen heißt es immer. Wer denn? Die, die zum Rauchen raus gehen müssen oder die, die nachts nicht mehr schlafen können oder wir, die ständig Angst vor dem Anruf des Nachbarn oder dem Auftauchen des Ordnungsamtes haben?

Wie kann eine Regierung, die auf Selbstbestimmung, Miteinander leben und Toleranz baut, so kompromisslos, ignorant und selbstherrlich sein? Existenzvernichtende Gesetze "basteln", von Kollateralschäden und neuen Betriebskonzepten sprechen?

Ich bin mal sehr gespannt, wie sich dieses Wochenende entwickeln wird. Morgen haben wir die erste Livemusik seit der Einführung des verschärften Rauchverbotsgesetzes in unserem Laden. Wegen der Nachbarn fangen wir seit langem eh' schon um 19 Uhr an, damit wir so gegen 22 Uhr 30 durch sind. Man stelle sich mal vor, dass ein Drittel unserer Gäste ständig draussen steht oder (fast) alle im Anschluß an das Konzert gleichzeitig rausrennen. Und dann muß man noch aufpassen, dass keiner sein Getränk mit raus nimmt? Das ist doch nicht händelbar!? Da ist es fast leichter, einen Sack Flöhe zu hüten!

Um 0 Uhr 30 war es dann soweit. Wir stehen mit 6 Leuten vor der Tür, rauchen und unterhalten uns quasi im Flüsterton. Da hält doch tatsächlich das Ordungsamt vor dem Laden, weill sie einer Anwohnerbeschwerde nachgehen (müssen). Man merkt ihnen sofort an, so wohl fühlen sich gerade nicht bei ihrem Job. Aber sie müssen den Beschwerden ja nachgehen... Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wenn wir da mit 13 Leuten vor dem Laden gestanden hätten ...

Drinnen wird erstmal kontrolliert (alles in Ordnung) und anschließend werden die Personalien von meinem Mann (Wirt), einschließlich Geburtsdatum, aufgenommen. So gesehen waren sie noch recht nett. Nur welches Nachbarschaftsarschl... war das?!?! Kann man uns denn nicht einfach persönlich anrufen? Die Scheißsituation, in der wir Wirte uns befinden, müsste doch allgemein bekannt sein?

Dann hieß es außerdem noch, wir sollen drinnen die Musik leiser machen. Durch das ständige Tür auf, Tür zu dringt zuviel Lautstärke nach draußen. Also haben wir in einer Musikkneipe nur noch Zimmerlautstärke. Toll ... entweder Musik lauter - dann aber ohne rauchen (weder draußen noch drinnen) oder Musik leise, dann darf man draußen rauchen (aber auch nur leise). Das nenne ich mal eine kalkulierte und vernünftige Gesetzgebung!

In diesem Sinne ... wünsche ein "entspanntes" Wochenende ...




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